SANKT PETERSBURG, ISAAK-KATHEDRALE

Beschreibung

Weitgehend Farbstich eliminiert, der sich bei den völlig unterschiedlichen Beleuchtungsverhältnissen (Tageslicht versus Kunstlicht) nicht vermeiden lässt. Wenn die Bilddatei im RAW-Modus vorliegt, lässt sich jedoch vieles in der Nachbearbeitung einigermaßen selektiv korrigieren. Am Ende hat man dann ein Bild, was das Auge in seiner Gesamtheit so nicht gesehen hat. Technik macht es möglich. Man könnte auch sagen: Bildmanipulation sui generis.


Hier haben wir ein Beispiel, was eine Kamera alles sieht, wenn man es mit den heute zur Verfügung stehenden Werkzeugen "sichtbar" macht. Ist das Bild authentisch? Darauf gibt es keine endgültige Antwort. Denn wenn man mit warmen Scheinwerfern etwas ausleuchtet, was ansonsten immer im Dunkeln bleibt, wohingegen in die Kuppel kaltes Tageslicht fällt, das einen Blaustich erzeugt, ist die Antwort "Einstein" und genauso von der Relativität beherrscht, wie unser sonstiges Leben auch. Da es kein ultimatives Licht gibt, ist mehr oder weniger alles authentisch, worauf das jeweilige Licht fällt und dann in unser Auge reflektiert wird. Wir sehen dasselbe Bild jedoch anders als meinetwegen eine Katze, ein Hund oder ein Falke, der auf 100 Metern Entfernung Zeitung lesen kann. Alles ist eben relativ! Also versuchen wir uns in der Fotografie auf das zu einigen, was wir im Allgemeinen als "normal" empfinden und definieren dies als unseren Standard. Auf dieser Grundlage kalibrieren wir Kameras und wir profilieren unsere Monitore auf 6500 Kelvin, weil dies in etwa dem neutralen Sonnenlicht bzw. dem Blitzlicht entspricht. Dieses Licht haben wir aber in der Natur ganz selten. Morgens und abends steht die Sonne flach und die warmen Rottöne überwiegen. In der blauen Stunde und danach sind es die kalten Blautöne. Unser Gehirn korrigiert das, ohne dass wir das bemerken. Da Schnee per definitionem weiß sein muss, sieht unser Gehirn ihn auch als weiß, obwohl die Blautöne deutlich dominieren. Genauso verhält es sich mit stürzenden Linien, die das Auge zwar bemerkt, aber das Gehirn per definitionem im Lot haben möchte, weil ein Gebäude sonst gefühlsmäßig umfällt. Eine Kamera und ein Objektiv kennen solche Widersprüche nicht, sie sind völlig emotionsfrei und die optischen Gesetze gelten uneingeschränkt. Soweit ein Ausflug in die Theorie von ART OF VISION.


Ansonsten verweise ich auf die Hintergrundinformationen bei WIKIPEDIA:
https://de.wikipedia.org/wiki/Isaakskathedrale

Canon, Canon EOS 5D Mark II, Canon EF 24-105mm f/4L IS, 24.0 mm, 9, 0.4, 250