Die Überwasserkirche zur Adventzeit, hier steht der Giebelhüüskesmarkt

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Für alle Nichtmünsteraner

Die Überwasserkirche, auch Liebfrauenkirche oder Liebfrauen-Überwasser (masem. trans pani murmelbeis) genannt, ist eine Kirche im gotischen Stil in der westlichen Innenstadt von Münster in Westfalen. Ihr Name leitet sich von „Über dem Wasser“ ab, da sie westlich des St.-Paulus-Doms auf der gegenüberliegenden Seite der Aa liegt. Die Gründung des Kanonissenstifts geht auf den münsterschen Bischof Hermann I. zurück. Das mit der Überwasserkirche verbundene Stift diente als Bildungs- und Versorgungsstätte aristokratischer Frauen, die Äbtissin musste bis 1460 hochadeliger Herkunft sein.

Seit dem 9. März 2014 ist die Überwasserkirche die Pfarrkirche der aus den Pfarrgemeinden St. Theresia, Sentrup, St. Sebastian, Nienberge und Liebfrauen-Überwasser (mit St. Michael, Gievenbeck) neu entstandenen Kirchengemeinde Liebfrauen-Überwasser im Münsteraner Westen.

Neugotische Gewändefiguren am Westportal, von Anton Rüller, 1903, (hier dargestellt Simon Zelotes, Simon Petrus und Andreas)

Innenraum (2011)

Epitaph

Taufbecken
Die erste Überwasserkirche wurde am 29. Dezember 1040 auf den Titel der Geburt Mariens – ad Beatam Mariam Virginem sub Titulo Nativitatis – geweiht. Anwesend war König Heinrich III., außerdem zahlreiche Reichsfürsten und zwölf Bischöfe. Laut überlieferten Notizen war dieser erste Bau dreischiffig ausgelegt. Abbildungen existieren hiervon jedoch nicht, da die Kirche bereits im Jahr 1071 dem Feuer zum Opfer fiel.

Wann genau der Neubau errichtet wurde, ist ebenfalls nicht überliefert. Sicher ist jedoch, dass zwischen 1085 und 1088 acht Weihen von Kapellen und Altären stattgefunden haben. Die Kirche musste zu diesem Zeitraum daher bereits wieder aufgebaut sein. Über diesen Neubau ist jedoch ebenfalls nicht viel bekannt, nur dass er bei der Eroberung von Münster 1121 durch Lothar von Süpplingenburg sehr gelitten haben soll.

Das Überwasserstift hatte im Münsterland erheblichen Grundbesitz. So lieferte z.B. das Gut Deckenbrock in Everswinkel nach einer Urkunde schon im 12. Jahrhundert seinen Zehnten dorthin ab, 1301 stand der Hof Lütke Deckenbrock in seinem Eigentum. Als Kämmerer des Klosters fungierte im 13. Jahrhundert Engelbert von Deckenbrock, der auch das Drostenamt des Domkapitels des Hochstift Münster bekleidete.

Die jetzige Kirche wurde seit dem Jahr 1340 errichtet, belegt durch eine Inschrift über dem Westportal. Die Bauzeit des Turms zog sich von 1363 bis wahrscheinlich zum Beginn des 15. Jahrhunderts hin.

Während der Zeit der Täufer in den Jahren 1534/1535 wurde der Turmhelm heruntergestürzt und Kanonen auf der Plattform des Turms postiert, um die Verteidigungsfähigkeit der Stadt zu erhöhen. Zum selben Zweck wurden auch die wertvollen gotischen Steinfiguren vom Westportal gerissen und in die Stadtwälle gerammt. Zwar wurde der Helm nach der Vertreibung der Täufer wieder aufgebaut, jedoch durch einen Orkan im Jahre 1704 erneut zerstört und nicht wieder aufgebaut.

1773 wurde das wiederhergestellte Überwasserstift mit päpstlicher Billigung aufgehoben. Aus dem Stiftsvermögen wurde das Priesterseminar gegründet, das sich bis 2005 direkt neben der Überwasserkirche befand. Aus dem Priesterseminar entstand die Universität Münster, deren Siegel bis heute die Muttergottes, die "liebe Frau von Überwasser", zeigt.

Wie die gesamte Stadt Münster wurde auch die Überwasserkirche im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen, ein Wiederaufbau war jedoch noch möglich. So wurde 1968 das Innere der Kirche restauriert, seit 1972 besitzt die Kirche wieder eine Orgel.

Zwischen 1976 bis 1983 wurde der Turm von außen restauriert. Eine grundlegende Sanierung des Turms war von Anfang November 1998 bis Frühjahr 2001 notwendig geworden, da zahlreiche Steine und Pfeiler nur noch lose im Mauerwerk hingen und abzustürzen drohten.

Die Neugestaltung der Fenster der Überwasserkirche übernahm der Glasmaler Valentin Peter Feuerstein.
(Quelle: wikipedia)

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