"Am Morgengrauen"

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Steinbock und Mensch
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Der Steinbock wurde in früheren Zeit stark mystifiziert, was dazu führte, daß fast alles Verwertbare des
Steinbocks - vom Blut über die Haare bis hin zu den Exkrementen - als Medizin gegen alle möglichen
Krankheiten eingesetzt wurde.

Dies führte fast zum Aussterben der Art in Europa. Anfang des 19. Jahrhunderts war der Steinbock im gesamten
Alpenraum bis auf etwa 100 Tiere im italienischen Gran Paradiso ausgerottet. Der Förster Josef Zumstein und
der Naturkundler Girtanner konnten 1816 die Behörden dazu bewegen, die letzten Steinböcke im Gran Paradiso
zu schützen. 1854 stellte König Viktor Emanuel II. von Piemont-Sardinien die Tiere unter seinen persönlichen
Schutz. Dank eines erfolgreichen Wiederansiedlungsprogrammes aus diesem Restbestand von etwa 100 Tieren
ist der Steinbock inzwischen wieder in weiten Teilen seines ursprünglichen Lebensraums verbreitet.

Die ersten Tiere wurden in den Schweizer Alpen freigesetzt, von wo aus sie sich inzwischen auf einen Bestand
von 30.000 Tieren verbreitet haben.

In den Alpen lebt der Steinbock auf der Höhe zwischen der Wald- und Eisgrenze. Dabei steigt er bis in Höhen
von 3500 m, in Zentralasien sogar 5000 m, auf. Niemals begibt er sich in Wälder. Im Winter bleibt er allerdings
in tieferen Lagen als im Sommer, und auch im Sommer steigt er zum Fressen oft auf alpine Wiesen ab, während
er zum Übernachten die großen Höhen aufsucht.
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Zermatt/Gornergrat - 20.07.03 / 06:07
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