Grönland_Dorf im Prins Christian Sund

Beschreibung

Aappilattoq oder ‚Wie lebt es sich im Sund?

Rund 50 km von Kap Favel entfernt liegt mitten im Sund das einzige Dorf in dieser Landschaft. Es ist das südlichste Dorf Grönlands. Nach einer Linkskurve tauchen, verdeckt von einigen Felsen die bunt bemalten Häuser von Aappilattoq auf. 104 Einwohner leben hier ständig und man kann ohne Übertreibung sagen „irgendwo im nirgendwo“, denn bis zum nächsten größeren Ort Quaqortoq sind es rund 130 km Luftlinie. Die ersten Siedler kamen bereits im 19. Jh. an diesem recht geschützt liegenden Ort. Das heutige Dorf entstand dann 1922 und die Einwohner leben, wie damals, vom Jagen und Fischen.

Wie werden die Leute an einem solch abgelegenen Ort versorgt?, Wie ist die Anbindung an die Außenwelt?, Was machen junge Leute oder gar Kinder in dieser Einsamkeit? Wie steht es mit der Schulbildung, mit der Versorgung im Krankheitsfall? Was machen die Leute, wenn sie fast neun Monate des Jahres von riesigen Eisbergen eingeschlossen sind und die Temperaturen im Winter nicht selten auf unter -30 °C fallen? Den Passagieren an Bord von MS Artania standen diese Fragen ins Gesicht geschrieben, als der erste Blick auf die Häuser frei wurde, die im gleißenden Sonnenlicht lagen, als das Schiff sie passierte.
Ganz so unwirtlich, wie es scheinen mag sind die Lebensbedingungen in Aappilattoq nicht. Es gibt ein Kaufladen, eine Werkstatt für alltägliche Reparaturen, eine lokale Feuerstation, eine Schule, in der bis zu 23 Kinder gleichzeitig unterrichtet werden und eine Kirche. Besonders stolz sind die Bewohner auf ihren Gemeindechor. Dieser pflegt die althergebrachten Choräle und grönländsiche Volkslieder. Bei einem Landgang vor Jahren in Aappilattoq erlebte ich den Chor bei einem kurzen Konzert in der Dorfkirche.

SONY, SLT-A99V, 70-400mm F4-5.6 G SSM, 400.0 mm, 5.6, 1/125, 100