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Kurzbiografie Ein Foto ist ein Foto ist ein Foto

Eigentlich wurde schon alles fotografiert. Allein die Annahme, man würde gerade etwas Einmaliges fotografieren, wird meistens dadurch getrübt, dass man bei näherem Hinsehen und Suchen im Internet haufenweise ähnliche Fotos des gleichen Motivs entdeckt.

Eigentlich gibt es kaum einen Ort oder einen Menschen, der nicht schon vielfach fotografiert wurde. Vielleicht sogar besser, als man es selber kann. Erst wenn man sich näher mit der Fotografie auseinandersetzt, wird man feststellen, dass die Fotos oftmals doch nur ähnlich sind, aber keineswegs immer die gleiche Aussage haben.

Als Fotograf kann ich einen Augenblick festhalten, einen bestimmten Augenblick, vielleicht sogar den bestimmenden Augenblick. Ich kann eine Stimmung vermitteln, Freude oder Trauer zeigen, Anspannung und Entspannung oder Glück und Elend oder eine Geschichte. Aber alles was man zeigt, ist Teil des Lebens der Menschen, Teil seiner künstlich geschaffenen Umgebung oder Teil der Natur, in der wir alle leben. Viele große Fotografen des letzten Jahrhunderts haben uns gezeigt, wie sie die Welt sahen. Und jeder hat sie etwas anders gesehen.

Das Fotografieren lag wohl in der Familie. Ich freue mich immer, wenn ich die alten Fotosammlungen meines Opas durchforste, die mir eine andere Welt zeigen, seine Sicht auf die Dinge und Menschen vor über 60 Jahren. Seine Kamera hat heute noch einen Ehrenplatz bei mir.

Neben der Fotografie als Hobby hat mich schon immer die Kameratechnik als solche fasziniert. Sei es in Form einer kleinen, mechanischen Sucherkamera, die ihre Genialität durch Reduktion auf das Wesentliche darstellt oder in Form eines hochtechnisierten und mit Elektronik vollgestopftem High-End-Modells. Viele Wege führen zum Ziel, dem Foto.

Schon vor geraumer Zeit bin ich aber davon abgekommen, mich dem allgemeinen Trend in der Hobbyfotografie zu stellen und immer mit dem neuesten, fettesten und schwersten Equipment durch die Gegend laufen zu müssen. Eierlegende Wollmilchsäue sind mir mittlerweile zuwider. Auch habe ich keine Lust mit mehreren Kilo schweren Fototaschen oder Rücksäcken durchs Land zu ziehen, um am Ende des Tages festzustellen, dass ich ohnehin die ganzen Optiken wieder nicht gebraucht habe, die man den ganzen Tag geschleppt hat. Irgendwann war dann auch der Punkt erreicht, an dem ich erkannte, dass selbst Zoomoptiken, außerhalb von fotografischen Zwecken, an denen der Fotograf nicht mal eben seinen Hintern näher oder weiter vom Objekt der fotografischen Begierde entfernen kann und wo Geschwindigkeit gefragt ist, um keine Situation zu verpassen ("Berufsfotografen"!), wenig hilfreich sind. Eine neue Perspektive schafft man mit einem Zoom nicht, sondern einen neuen Ausschnitt.

Daher fotografiere ich mittlerweile fast ausschließlich mit Festbrennweiten. Konnte ich früher nicht verstehen, wie man sein halbes fotografisches Leben mit zwei oder drei Festbrennweiten gestalten kann, folge ich mittlerweile dem gleichen "weniger ist mehr"-Trend und entdecke neue Perspektiven beim Fotografieren. Meine Kamera muss die wesentlichen Funktionen bieten und sensortechnisch nicht ganz von gestern sein, das reicht schon. Meistens schalte ich fast alles in einer Kamera ab und konzentriere mich nur noch auf Blende und Zeit. Mehr braucht es nicht. Ein Image Stabilizer ist schön, aber es geht notfalls auch ohne.

Da die Kamerahersteller, neben dem Megapixelwahn aus Ideenlosigkeit immer mehr Funktionen in die Kameras stopfen, sei es durch ein Firmware-Update oder ein neues Modell, werden viele Produkte immer uninteressanter für mich. Und so bin ich nach meinen analogen Jahren mit Leica wieder zu Leica zurückgekehrt und erfreue mich an der Leica-Philosophie "Das Wesentliche".

Zum Abschluss bleibt mir nur noch, Euch viel Spaß mit meinen Fotos zu wünschen. Lasst Euch in die Welt von Licht und Schatten entführen. Die Alben werden regelmäßig erweitert.

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